Samstag, 11. Oktober 2014

#Burgenblogger-Tralala


Das war ein ruhiges Leben, bevor dieses Burgenblogger-Hashtag-Tralala losging.
https://twitter.com/search?q=%23burgenblogger&src=typd

Von den paar Besuchern, dem Lärm vom Steinbruch nebenan und der Bahn im Tal abgesehen, konnte ich auf meiner Burg die ruhige Kugel schieben, meinen Schreibfluch erfüllen und darauf hoffen, irgendwann erlöst in die Hölle zu meinen Kumpanen hinabsteigen zu können. Stattdessen bricht die Hölle selbst in meiner schönen Sooneck aus. Burgenblogger hier, Burgenblogger dort. Doch ich, Siebold von Sooneck, bin gewappnet! Mit Spuk und Fluch!
Unter uns: Froh bin ich ja, dass Rheinschreiber nicht als Burgenbloggerin genommen worden ist. Pssst, es ist die, die ich durch das Mittelrheintal gejagt habe. Die soll lieber für die Mords-Mittelrheintal-Krimitouren schreiben.

www.mords-mittelrheintal.de
 
Krimi- und Krumme-Touren sind ganz nach meinem Geschmack. So kommt sie auch nicht auf die Idee, mich noch einmal zu malen. Außerdem muss ich jetzt nicht befürchten, dass sie in den Kellern der Burg nach meinen feingeistigen Chroniken zu suchen beginnt und meine Ruhe stört.

 
Nachdem sie mich kennengerlernt hat, hätte sie sicher alles daran gesetzt. Auch ein verfluchtes Burggespenst hat mal ein Quäntchen Glück verdient.

 
Von den fast 800 Bewerbern blieben fünfzig übrig. Jetzt sind nur noch zehn Burgenblogger in der Auswahl der Jury. Ich finde es gut, dass sie so einen Tamtam darum machen. Früher kam ja auch nicht jeder Depp auf eine Burg. Fanfaren, Wappen, Rüstung und Ross gehörten einst zur Standardausrüstung eines Burgbewohners. Die Leute wollen ja was zu gucken haben.

Ich hoffe ja sehr, dass der zukünftige Burgenblogger – dieser eine Gewinner aus fast 800 Loosern - von weit, weit her kommt. Denn Fremde kann man besonders schön mit Landschafts- und Burgenblabla von meinen Chroniken ablenken.

 
Ich kenne mich da aus! Ich werde ihm zuraunen, was er tun soll: „#Burgenblogger, mach #Selfies!! Beim #Singen, #Wandern, #Muschelnsuchen, #Ohrenzuhalten (wegen der #Bahn), #Malen, #Verkleiden, #Holzschwertschwingen, #Kritisieren -  ja, das mögen die Leute auch gerne!

„Blas‘ dich nicht so auf, Siebold!“, höre ich eine dröhnend tiefe Stimme aus dem Tal. Der Vater Rhein!
 
„Ich kann mich gar nicht aufblasen!“, antworte ich ihm. „Die Luft würde sofort durch dieses vermaledeite Loch, das mir Veith in den Hals geschossen hat, entweichen!“

 
„Dieser Burgenblogger wird kommen und wird auch wieder gehen. Was ist ein halbes Jahr, gemessen an der Ewigkeit? Was bleibt, das sind wir Zwei. Also mach nicht so viel Wind darum. Und für deine Chroniken oder feingeistigen Ergüsse interessiert sich sowieso keiner!“

„Ha-Ha, du bist ja nur neidisch, weil du nicht schreiben kannst in deinem Bett. Von mir aus kannst du ewig vor dich hinfließen. Ich werde zusehen, dass ich möglichst bald in die Hölle hinabsteige. Ha-Ha! Und hey … da kommt mir gerade eine Idee! Vielleicht ist der Burgenblogger mein Schlüssel zur Pforte der Hölle!?“
Ich höre den Vater Rhein, wie er mir meinen Namen hinterherruft und dass ich keinen Unsinn erzählen soll. Doch ich antworte ihm nicht. Ich gleite in mein Verließ, um meinen Höllenplan zu schmieden. Der Burgenblogger soll nur kommen :-)  
Euer Siebold von Sooneck der Feingeist wider Willen

P.S. ist ja gut, ich habe es halt wieder verdrängt! Der Burgenblogger könnte auch eine Burgenbloggerin sein ... es sind ja jetzt fünf Burgenbloggerinnen und fünf Burgenblogger im Rennen.  

Montag, 1. September 2014

Siebold von Sooneck lernt das Fürchten

Heute habe ich mich einer dieser angehenden Burgenblogger, nein, Entschuldigung einer angehenden Burgenbloggerin - ich muss mich wirklich daran gewöhnen, dass das Weibsvolk schreiben darf - gezeigt.
Keine Sorge, ich wollte ihr sicher keinen Gefallen tun, ich wollte nur mal testen, ob sie mich sieht, und wenn ja, was sie dann macht. Sie hat erst schaurig geschaut, dann ein fein geschmiedetes, eckiges Kästlein vor ihr Gesicht gehalten, aus dem Blitze schossen. Sehen die Waffen heutzutage so aus? Kann man damit Recken niederstrecken? Mir kann es ja egal sein, da ich schon tot bin, aber wie gerne möchte ich diese Waffe mal ausprobieren.
Nachdem sie ein paar Blitze abgeschossen hat, ruft sie: "Scheiße!"
Siebold von Sooneck zu fotografieren, ist noch niemanden gelungen.
Weibsvolk sollte sich nicht wie ein Saufbruder ausdrücken, das werde ich ihr bei Gelegenheit erklären, schließlich weiß ich am besten, wie man sich ritterlich benimmt.
Doch soweit sind wir noch nicht. Zunächst will ich testen, ob sie überhaupt als Burgenbloggerin taugt und jage sie ein wenig durch das Mittelrheintal :-)

Den Rheinburgenweg hinunter.

Durch Felsen hindurch.
Auf der anderen Rheinseite den Rabenacksteig wieder hoch.

Wo ist sie? Da! Nein, das sind afrikanische Burenziegen,
die an den Steilhängen des Mittelrheintals für botanische Ordnung sorgen,
damit die Kulturlandschaft nicht sogleich überwuchert.   
Nachdem ich vom Verfolgen müde geworden bin, flüstere ich in ihr Ohr, dass ich Siebold sei und sie sich ruhig auf meine Burg trauen solle, wir hätten bestimmt viel Spaß miteinander. "Hahahahaha!", schallt es so laut aus meiner Kehle, dass der vermaledeite Pfeil in meinen Halse zu Tanzen beginnt.
"Glaub' ja nicht, dass ich mich vor dir fürchte, Siebold von Sooneck, Feingeist wider Willen", flüstert sie zurück. Bitte??? Woher kennt sie mich? Na, dir werde ich das Gruseln noch lehren. Doch da tut sie etwas, was die angehende Burgenbloggerin an mich erinnert. Sie holt ihren Federkiel, setzt sich auf den Boden und beginnt zu zeichnen. Ist sie auch verflucht?
Rheinschreiber bei der Arbeit mit Blick auf Filsen (Traumschleife Klettersteig)

Ich schaue ihr dabei über die Schulter.
"Wenn man dich nicht fotografieren kann, muss ich dich eben zeichnen. Na, wie findest du das?", fragt sie.
Wie, sie MUSS mich zeichnen?
Siebold von Sooneck, wie er "leibt" und "lebt".
So soll ich aussehen? Grundgütiger! Ich habe mich seit dem verfluchten Tag, als dieser verruchte Veith den Pfeil in meinem Halse platzierte, nicht mehr gesehen. Mein Spiegelbild kann ich mir nicht betrachten, da meine Erscheinung so blendend ist, dass ich jedes Mal die Augen schließen muss.
Ich schaue mir die Zeichnung genauer an. Verhunzt aber auch, bin ich schief und krumm geworden und irgendwie so gespensterhaft dünn  ... ich war doch früher fülliger ... das Grauen fährt durch meine Glieder. Da fällt mir ein, ich habe gar keine Glieder und ich habe heute verflucht noch einmal noch nichts Feingeistiges zu Papier gebracht.
Sogleich MUSS ich eine Ode für einen Siebold niederschreiben, der seit Jahrhunderten weder Speis noch Trank genossen hat. Weder Kloß, noch Wein geschweige denn einen Braten. In Versform, am besten ein Sonett. Wo ist meine Burg? Wo ist die Sooneck?
Ich eile, husche!

Danach sollte ich mir einen anderen, weniger gruseligen Burgenblogger suchen.
Euer Siebold von Sooneck, der Feingeist wider Willen
Mehr zu Siebold gibt es hier: Klick!

Dienstag, 26. August 2014

Der Rheinromantik auf der Spur


Vom Wandervirus infiziert (dagegen helfen Gott sei Dank, keine Pillen), kam mir ein Gedanke: Warum nicht das Wandern mit dem Schreiben verbinden? Genau an dieser Stelle des Mittelrheintals überkam mich diese Idee:  

Der Blick vom Rheinsteig auf Kaub
Warum nicht schreibend die Rheinromantik wieder aufleben lassen? Und zwar im Ostein'schen Park, der schon vor über 200 Jahren die Romantiker wie Clemens Brentano und Achim von Arnim, die Begründer der Rheinromantik, anzog. Als ich diese Idee meiner Tell-Team-Kollegin Susanne Kronenberg (auch vom Wandervirus befallen), mitteilte, war sie sogleich begeistert. Genauso wie die Redaktionen von Wiesbadener Kurier und Rheingauecho, die darüber berichteten und die Verwaltung der Staatlichen und Schlösser und Gärten Hessen, die dieses Event in ihrer App „Impuls Romantik“ aufnahmen.

Wie zu erwarten war, rannte man uns nicht gerade die Türen ein. Viele verspüren Hemmungen, selbst schreibend tätig zu werden. Verständlich, denn da steckt noch zu sehr der Schreck vom Rotstift des Lehrers in den Knochen und wenige wissen, was das kreative Schreiben genau sein soll. Außerdem denken viele, dass das Schreiben nur für einen bestimmten Kreis von Menschen, die sich Autoren nennen, reserviert sei. Doch wir sind genauso wie der Romantiker Friedrich Schlegel (1772-1829) davon überzeugt: „Jeder Mensch ist ein Dichter!“  
Portrait Friedrich Schlegel von Franz Gareis  1801
Wer reden kann, kann auch schreiben, heißt die Devise. Nur, dass das Schreiben viele nützliche Nebeneffekte hat, wie z.B.:
Zeit für sich nehmen,
seine Gedanken pflegen,
über sich selbst staunen,
sein „Gesagtes“ nach einem Jahr noch einmal hervorholen …  doch ich schweife ab.
Am 24.8. war es dann endlich so weit. 6 Rheinromantik-Schreibpioniere fanden sich am Rüdesheimer Jagdschloss ein, bereit schreibend Amors Garten zu erkunden.
Zunächst machten wir es uns am Jagdschloss bequem und schrieben darüber, wie es denn wäre, wenn wir fliegen könnten. Anregung dazu gab uns Eichendorf mit seinem Gedicht "Mondnacht" (1837):

Es war, als hätt der Himmel │ Die Erde still geküßt, │ Daß sie im Blüten-Schimmer │ Von ihm nun träumen müßt. │ Die Luft ging durch die Felder, │ Die Ähren wogten sacht, │ Es rauschten leis die Wälder, │ So sternklar war die Nacht. │ Und meine Seele spannte │ Weit ihre Flügel aus, │ Flog durch die stillen Lande, │ Als flöge sie nach Haus.

Gemütlich wanderten wir weiter zur Zauberhöhle. Aufgabe war es, sich der Dunkelheit hinzugeben und dabei ganz auf seine Sinne zu achten, um den Kontrast von Hell und Dunkel so intensiv wie möglich zu erleben. Denn:
»Auch unser Gemüt teilt sich wie die äußere Welt zwischen Licht und Dunkel, und der Wechsel von Tag und Nacht ist ein sehr treffendes Bild unseres geistigen Daseins. [...] Der Sonnenschein ist die Vernunft als Sittlichkeit auf das tätige Leben angewandt, wo wir an die Bedingungen der Wirk-lichkeit gebunden sind. Die Nacht aber umhüllt diese mit einem wohltätigen Schleier und eröffnet uns dagegen durch die Gestirne die Aussicht in die Räume der Möglichkeit; sie ist die Zeit der Träume.«(August Wilhelm Schlegel: Ueber Litteratur, Kunst und Geist des Zeitalters)

Alle sechs Teilnehmer nahmen es auf sich, durch die stockfinstere Zauberhöhle zu gehen, auch wenn es einigen sehr mulmig dabei war. 
An den Texten, die dabei entstanden, war interessant, dass jeder diesen Kontrast ganz anders erlebt hatte. Aber alle waren einer Meinung, man nimmt seine Umgebung schärfer wahr, wenn man vorher durch diesen finsteren Tunnel geht. Danke an Graf Amor für seine Zauberhöhle, die unsere Sinne schärft.

Aber ein Mittelrheintal-Event kommt niemals ohne Genuss aus. So ließen wir es uns mit Sekt, Spundekäs, Käsewürfeln und Brezeln gut gehen. Wir mussten dabei feststellen: Dieser Park ist einfach nur zauberhaft! Und viele fragten sich, warum sie ihn nicht schon vorher entdeckt hatten.

Da der Osteinsche Park momentan mit viel Aufwand verschönert wird, sahen wir die Baustellen auf unserem Weg als gutes Zeichen, auch wenn das Konzept unserer Tour dadurch etwas durcheinander geriet. Mit unseren Campingstühlen machten wir es uns sogar vor einem Bauzaun bequem, und ließen Kraft unserer Fantasie ein Mädchen in Schuhen aus Sternenstaub durch das Land ihrer romantischen Träume reisen. Das Märchen ist nämlich eines der Leitgattungen der Romantik.
Während die Teilnehmerinnen ihre Texte vorlasen, hatte ich Gänsehaut vom Feinsten. Wundervolle Geschichten sind einfach so aus den Federn geflossen.  
Am Niederwaldtempel angekommen, waren wir von dem Ausblick genauso begeistert, wie eins Graf Amor, Goethe, Achim von Arnim, Clemens Brentano, und, und, und … , die ebenfalls hier entlang schlenderten.

Die Rheinromantik-Schreib-Pioniere am Niederwaldtempel

Die Aussicht vom Niederwaldtempel auf den Rhein
An dieser Stelle lernten wir die „Blaue Blume“, DAS Symbol der Romantik kennen. "Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Gott, Ewigkeit oder Liebe." – (Ricarda Huch)

Unterhalb des Niederwaldtempels befindet sich das Rebenhaus, ein Weinlokal mit einem grandiosen Ausblick. Hier ließen wir es uns schmecken und die "Blaue Blume" gab jeder "Schreibbegabten" einen guten Wunsch mit nach Hause.

 
Nun stand noch die letzte Etappe an. Wir entschieden uns dafür, über die Sandallee zum Jagsdschloss zurückzuwandern, den Weg also einzuschlagen, den Graf Amor selbst zu seinem Lustschloss nahm. Hier noch ein paar Infos für Interessierte: Osteinscher Parkwald

Für mich war es ein großartiger Sommertag! Wir haben viel Spaß gehabt und einiges gelernt:
über die Romantik,
über uns selbst,
haben die Ausblicke genossen,
das Wandern ausgekostet, 
waren ganz bei uns selbst, weit ab von der Hektik des Alltags. Genauso wie es die Romantiker auch getan hätten.
Da ich nicht nur von dem Wander- und Schreib-, sondern auch vom Bloggervirus ;-) befallen bin, nimmt dieser Sommerbeitrag teil an der Blogparade #mein_Sommer vom Netzwerk Ariadne teil :-)
Wünsche allen noch wundervoll romantische Sommertage:-)
Rheinschreiber 

P.S. Falls sich jemand für weitere Schreibevents und Kurse interessiert, hier gibt es noch mehr Infos: www.tell-team.de

Mittwoch, 20. August 2014

Siebold von Sooneck der Fein-Geist wider Willen

Grusel, Grauen und Spuk habe ich zu Lebzeiten verbreitet. Als Raubritter und Herr von Sooneck wusste ich mir zu holen, was ich begehrte. Sogar das Augenlicht von Ritter Veith von Fürsteneck habe ich gestohlen. Verflucht soll er sein, dieser aufgeblasene Schütze und feige Mörder! Sein Pfeil steckt mir heute noch im Halse.

Wie? Sie kennen meinen Namen nicht? Siebold hört sich mittelalterlich an? Ja, ich gebe zu, die Zeit ist seit 1266 schnell vergangen, als ich noch aus Fleisch und Blut über Burg Sooneck herrschte und jeder meinen Namen mit Ehrfurcht nannte. Ach, das waren noch Zeiten! Bis zu jenem Tag, als ich Veith, den ich geblendet und eingesperrt hatte, während meines großen Gelages die Freiheit schenken wollte. Veiths Aufgabe war, trotz seiner leeren Augenhöhlen mit Pfeil und Bogen den goldenen Becher in meiner Hand zu treffen, um von dannen ziehen zu können. Stattdessen zielte er daneben …   
Wie gerne würde ich heute wie alle anderen Geister und Gespenster um Mitternacht Angst und Schrecken verbreiten.  Doch nicht nur, dass mir Veiths Pfeil störend im Halse steckt und ich überall damit hängen bleibe, viel schlimmer ist dieser vermaledeite Fluch, den Veith mir mit seinem Pfeil auf den Hals schickte. Nun sitze ich als Geist mal auf dem Dachboden, mal im Verließ meiner Burg Sooneck und muss schreiben. Verflucht zu feingeistigen Ergüssen, fülle ich mit meinem Federkiel Seite um Seite die Chroniken von Burg Sooneck. Sogar schnulziges Liebesgeflüster fließt aus meiner Feder, auch wenn ich es hasse.  
Wann wird der Tag kommen, an dem ich erlöst werde und hinabsteigen kann in die Hölle, wo die ruchlosen Raubritter, meine Zech- und Saufbrüder auf mich warten?  

Das einzig Gute an diesem feingeistigen Fluch ist, dass ich nun per Du bin mit einem wahrlich großen Geiste: Dem Vater Rhein!
Ich  gehe gleich mal … doch Moment, was hören da meine feingeistigen Ohren? Ich soll Konkurrenz bekommen? Habe ich richtig gehört? Aber, was soll das denn sein, ein Burgenblogger? Ich lausche, ich höre … jemand, der hier in meinem Gemäuer einziehen und über das Mittelrheintal schreiben soll? Das ist ja mal was Neues! Wird es ein Frauenzimmer oder ein Mann sein? Frauenzimmer können heutzutage ja auch schreiben. Was für verrückte Zeiten! Diese Nachricht werde ich gleich in den Chroniken der Burg Sooneck vermerken. Ist das denn zu fassen? Ist er oder sie auch verflucht, oder gar freiwillig hinter der Schreibarbeit her? Ich werde diesen Burgenblogger oder vielleicht doch lieber Bloggerin (?) nicht aus den Augen lassen! Das verspreche ich! Wer weiß, was sich daraus ergibt? Wo ist mein Federkiel?    
Dies ist der erste Streich von Siebold von Sooneck dem Feingeist wider Willen. Rheinschreiber wünscht keinem #Burgenblogger ihm zu begegnen ;-) Außer auf der Blogparade von http://www.babak-zand.de/aufruf-zur-blogparade-die-burgenblogger/

Mittwoch, 28. Mai 2014

Gruselige Geschichten im Mords-Mittelrheintal

Das Mittelrheintal hat es in sich. Nicht nur landschaftlich. Bezaubernd sind auch die vielen Geschichten, die sich um diese Landschaft ranken. Da gibt es uralte, romantische und sagenhafte Erzählungen, Legenden aber auch mordsgruselige Geschichten: echte wie erdachte.
Am 18.05.14 machen sich 47 unerschrockene Wanderer auf den Weg, um genau diese Geschichten an den Mordsschauplätzen des Mittelrheintals zu erleben.

Die Pioniere der ersten Mords Mittelrheintal Tour

Für die wahren Geschichten lauschen die Wanderer Wolfgang Blum. Als zertifizierter Natur- und Landschaftsführer ist er ein echter Kenner des Mittelrheintals und weiß auch um die Schattenseiten dieser Region. So erfahren wir von dem Schicksal der beiden chinesischen Studenten, dessen Boot im Rhein beim Mäuseturm kenterte. Wir lernen  die Gefahren und Tücken der Schifffahrt auf dem Rhein vor Rüdesheim kennen und erleben durch seine lebhafte Erzählung hautnah mit, wie Kaiser Wilhelm I während der Einweihungsfeier der Germania (28. September 1883) fast ermordet worden wäre und warum dieses Attentat misslang.  
Gebannt hören die Wanderer hin, dabei plagt den einen oder anderen die Sorge, Wolfgang oder Reinschreiber könnten beim Erzählen den steilen Hang hinunterstürzen.

Wolfgang Blum und Rheinschreiber mit Stimmverstärker nahe am Abgrund :-)
Doch sogar Rheinschreiber kommt ungeschoren davon, mordsfroh von Wolfgang zu diesem ersten Krimi-Event im Mittelrheintal angestachelt worden zu sein. Die Zuhörer lauschen im Sonnenschein, wie die Eifersucht am Mäuseturm (Rosige Aussichten) und an der Germania (Der süße Kuss) zuschlägt und Bischof Hatto von Mäusen verspeist wird. 



Als Krimiautorin ist es mir eine ganz besondere Freude, bei dieser ersten Mords-Mittelrheintal-Tour mitwirken zu dürfen, wo ich meine große Liebe zum Geschichtenerzählen, Wandern und zum Mittelrheintal verbinden kann.
Es hat einen Mordsspaß gemacht :-)
Doch damit nicht genug! Nach dieser Mords-Tour mit den spannenden Geschichten und tollen Gesprächen zwischendurch, kehrt die Mords Mittelrhein Wandertruppe in das Rüdesheimer Schloss ein. Nach dem köstlichen Begrüßungswein aus des Hauses Keller geht es schnurstracks in den Sickingerhof zum Tatort schauen.
Bei leckerem Speis und Trank werden wir Zeuge, wie das Bremer Ermittlerduo Lürsen und Stedefreund den Mordfall um einen Müllmann löst.
Nachdem alle Morde aufgeklärt sind, heißt es Abschied nehmen von diesem wunderschön "schaurigen" Tag!
Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich bedanken: bei allen Wanderern, bei der Familie Breuer vom Rüdesheimer Schloss, bei Andreas Wennemann Geschäftsführer von Naturpark Rhein-Taunus (der mir seine Stimmverstärkung borgte und Fotos schoss), bei Martin Sohns und David Peltzer (die mit ihrem Equipment für die reibungslose Übertragung des Tatorts sorgten) und natürlich bei Wolfgang Blum!
Wir sehen uns, wenn es bald wieder heißt: Gruselige Mords Geschichten mit dem Mords Mittelrhein Duo Wolfgang und Leila :-)

Über die Tour gibt es auch hier etwas zu lesen:
Freizeit und Hobby
Naturparkmagazin

Sonntag, 4. Mai 2014

Mords-Geschichten im Mittelrheintal

„Alles neu macht der Mai.“ Diese Redensart bekommt in diesem Frühjahr im Rheingau eine besondere Bedeutung. Am Sonntag, 18. Mai, laden der Geisenheimer Wein- und Kulturbotschafter Wolfgang Blum und Rheinschreiber (Leila Emami) erstmals zu einer Mords-Wanderung rund um Rüdesheim ein.

Keine Sorge: Bei der Tour in den Weinbergen des Welterbes Oberes Mittelrheintal geht es zwar um hinterhältige Verbrechen und tragische Unglücksfälle. Doch die Teilnehmer der Tour werden allesamt unbeschadet davonkommen. Ganz im Gegenteil zu jenen, an deren Schicksal Emami und Blum während der Wanderung erinnern.
 
Der böse Bischof Hatto spielt dabei eine Rolle, drei zum Tod verurteilte Attentäter kommen zu Wort, ertrunkene Paddler und versunkene Schiffer tauchen wieder aus den Fluten des Rheines auf. An ausgewählten Stellen liest Leila Emami die beiden Kurzkrimis „Rosige Aussichten“ und „Der süße Kuss“ vor. Ihre Morde geschehen dort, wo die Wanderer der Autorin lauschen: Im Bingerloch mit dem Mäuseturm sowie auf den Stufen zu Füßen der Germania am Niederwald.

Gewandert wird natürlich auch. Vom Rüdesheimer Bahnhof geht es in den Weinbergen bis zur Ruine Ehrenfels.
Hier machen die Wanderer eine kurze Pause, bevor sie zum Denkmal der Germania aufsteigen. Nach dem herrlichen Blick vom nahen Niederwaldtempel geht es über den Treppenweg wieder ins Tal zurück.

Dort beginnt der zweite Teil der Tour: Im RüdesheimerSchloss, dem bekannten Weinrestaurant in der Drosselgasse, können sich die Teilnehmer nicht nur stärken, sondern auch auf den Sonntag-Abend-Krimi freuen. Statt solo auf der heimischen Couch mutmaßen alle Wanderer zusammen, wer der Mörder sein könnte. Ob beim gemeinsamen Gruseln auch plötzlich ein Gärtner auftaucht – wer weiß? 
 
Mords Mittelrheintal, Krimi-Wanderung mit Leila Emami und Wolfgang Blum, Sonntag, 18. Mai, Start 16.15 Uhr, Bahnhof Rüdesheim, ab 19.30 TV-Abend im Hotel Rüdesheimer Schloss, 10 Euro (inkl. Praline und 1 Glas Wein / Sekt), Kinder (ab 14 Jahre) 7 Euro (ohne Praline und Getränk), Anmeldung ist nicht nötig. Die Tour findet bei jedem Wetter statt.

Samstag, 3. Mai 2014

Auslosung

Liebe Lesefreude Freunde,

meine Tochter hat die Glücksfee gespielt und die drei Gewinner ermittelt:


Es sind für das Buch "Küche, Diele, Mord":


 
Für das Buch "Dinner for one, Murder for two": 


 
Und für das Buch "Mit allen Sinnen":



Herzlichen Glückwunsch!
Ich hoffe, die Bücher kommen gesund und munter bei euch an!
Vielen Dank an euch alle fürs Mitmachen!
Vielleicht sehen wir uns mal irgendwo am Rhein? Würde mich freuen! Ansonsten lesen wir uns hoffentlich hier auf Rheinschreiber :-)

Viele, viele rheinfrohe Grüße,

Rheinschreiber  (Leila)

Dienstag, 22. April 2014

Rheinschreiber schenkt Lesefreude


Juhu, am 23.4.14 ist Welttag des Buches! Das lässt doch mein Herz gleich höher schlagen. Was liegt da näher, als bei der Aktion „Bloggerschenken Lesefreude“ mitzumachen?  Durch das Netzwerk Ariadne bin ich auf diese Aktion gestoßen. Danke!

Zum Verschenken habe ich drei Bücher gewählt, die euch garantiert gute Unterhaltung und Spannung bieten, und ganz nebenbei auch noch gut geschrieben sind. Alles andere kommt natürlich nicht in die Tüte. 

 


Alle drei Bücher sind neu und signiert :-)
Hier die Titel:

1. Dinner für one, Murder for two. Auerbach & Keller
Auszug aus dem Klappentext: „Pippa Bolle ist begeistert. Ihre englische Oma macht Urlaub in Berlin und beordert die Enkelin als Haushüterin nach Starford-upon-Avon, den Heimatort Shakespears. Doch ehe Pippa sich versieht, wird sie zur Chefermittlerin. Ein spannendes Schauspiel in mehreren und komödiantischen Akten beginnt, bei dem Pippa bald nur noch eins weiß: Der Mörder ist nicht immer der Gärtner.“

2. Küche, Diele, Mord. Kriminalgeschichten vom Keller bis zum Dachboden. Almuth Heuner (Hg.)
Auszug aus dem Klappentext: „Erleben Sie, wie tödlich Lesen sein kann, welche Rolle der Architekt, die Putzfrau oder der Schornsteinfeger im kriminellen Stelldichein spielen, wo die winzigen Beweisstücke auf einem vollgerümpelten Dachboden gefunden werden oder wie die furiose Schlacht in der heimischen Kellerbar ausgeht.“

3. Mit allen Sinnen. Eine literarische Weinprobe. Karen Grol (Hg.)
Auszug aus dem Klappentext: „Haben Sie ihn schon gefunden, den Wein Ihres Lebens? Er hilft in jeder Lebenslage, bei schicksalhaften Entscheidungen ebenso wie bei der Aufklärung von Kriminalfällen. Mit allen Sinnen genossen beflügelt er und schenkt neue Lebenskraft. Freuen Sie sich auf 30 weinselige Geschichten.“

Doch wem von euch soll ich die Bücher schenken? Das soll ein kleines Gewinnspiel ermitteln :-)

Hier die Spielregeln:
Ihr schreibt mir einfach in der Kommentarzeile, wo ihr schon mal am Rhein gewesen seid.  In der Schweiz, in Deutschland oder in Holland? Ich bin gespannt, an welcher Stelle ihr euch schon aufgehalten habt oder aufhaltet. Ich lebe in Rüdesheim am Rhein. Hier ein Foto, wie der Rhein bei mir aussieht.


Lust? Na dann rann an die Tasten.  

Das Kleingedruckte
  • Das Gewinnspiel läuft bis zum 30. April 2014 um 23:59 Uhr.
  • Jeder Teilnehmer (mind. 18 Jahre alt) schreibt in ein paar Sätzen, wo er den Rhein erblickt oder erblickt hat.
  • Der Gewinner wird per Zufallsgenerator ermittelt.
  • Die Gewinn-Benachrichtigung erfolgt per E-Mail. Also bitte eine gültige Mail-Adresse hinterlassen.
  • Der Rechtsweg sowie eine Barzahlung sind ausgeschlossen. Ein Rechtsanspruch besteht nicht. SPAM wird auch hier gelöscht.
Herzliche Grüße,
Rheinschreiber (Leila Emami)

Montag, 7. April 2014

RheinBurgenWeg

Rheinschreiber hat den Selbsttest gewagt und ist auf die anderen Rheinseite geschippert. Also vom Rheinsteig rüber auf den RheinBurgenWeg zum Wandern. Ob es dort auch so schön ist wie auf dem Rheinsteig? Da schauen wir mal.
In Trechtingshausen geht es los:


 Aha, "Morgenbachtal"  heißt es hier also ... wo geht es denn da lang?


"Holla die Waldfee", dieser Weg macht Laune. Am Wegesrand stehen Mauern:

 
und eine Burg lugt durch die frühlingsbedingt ausschlagenden Bäume:
 
 
 
Ganz "nebenbei" plätschert der Morgenbach gemütlich dahin: 
 
 
Ein Brückelchen darf natürlich nicht fehlen:
 

Und ein Knusperhäuschen auch nicht:


Aber ich glaube kaum, dass hier eine Hexe wohnt, schließlich sind wir nicht in einem Märchen. Oder etwas doch?



Der "Eselspfad" schlängelt sich durch einen wahrlich märchenhaften Wald den Berg hinauf. An einem bärtigen Riesen vorbei:

 
Ob hier nicht auch die Zwerge zu Hause sind?
 
 
Mit diesem Rhein+Burg Blick werde ich belohnt, als ich oben ankomme:
 
 
Hier oben gibt es noch mehr von dieser traumhaften Aussicht (ob der Riese diesen Baum umgeworfen hat?):
 
 
Doch der Weg führt weiter und ich muss weitergehen. Wo er nur hinführt?  


 
 
Die Feen haben hier sicher noch etwas zu besprechen, so mach ich mich gleich weiter, denn schließlich will ich nicht stören.
 
 
Für mich ist an anderer Stelle ein Plätzchen reserviert:
 
 
Ein Plätzchen mit Weitblick, von dem die Genussliga so sehr schwärmt:
 
 
Für den durstigen Wanderer gibt es in der Waldgaststätte Schweizer Haus das eine oder andere Gläschen. Ich habe dort sogar Kuchen gesichtet.  
 
 
Auf dem Weg entdecke ich eine historische Darstellung des Rheinlebens. Ein Pferdeleben auf dem Leinpfad war sicher anstrengend:
 
 
Dass dieser Ort nicht immer ein friedlicher ist, beweist dieses Schild am Wegesrand mit der Aufschrift: "Andenken an den durch ruchlose Hand am 25.IV.1920 erschossenen Förster Peter Dämmel. Forsthaus Heiligkreuz. Gewidmet von seinen Kollegen des Lokalvereins Rheinhessen."
 
 
Nichts wie weg hier, doch ... der Weg ist versperrt. War das der Riese oder die ruchlose Hand?
 
 
Wer wissen will, wie der Weg weitergeht, sollte diese märchenhafte Wanderung von Trechtignshausen über den Eselspfad zum Schweizer Haus und von dort hinunter nach Bingen nicht verpassen. Es lohnt sich allemal und ganz sicher zu jeder Jahreszeit.
Viel Spaß wünscht euch,
Rheinschreiber