Mittwoch, 1. August 2012

Rheinschreibers nächster Streich

Soeben hat Rheinschreibers erster Thriller unter dem Pseudonym "Leila Emami" das Licht der Welt erblickt :-)
Gottes böse Kinder
Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich auf diesen Tag gefreut habe. Jetzt fühlt es sich so an:
erleichtert, freudig, enthusiastisch, schmetterlingsflatterflatterhaft, grinsig, glücklich aber auch gespannt und ein wenig ängstlich.

Ich grüße und knuddel euch alle durch den Äther!

Euer Rheinschreiber (alias Leila Emami)

P.S. Freue mich auch über Anmerkungen, Fragen, Lob und Kritik. Auf diesen Kanälen: Kontakt, Kommentarfläche hier auf dem Blog und natürlich auch auf den Seiten der Shops als Rezension.   

Sonntag, 29. Juli 2012

Rhein-Schlei-bern

Vom Rhein zur schönen Schlei:
"Theoretisch ist es doch ganz einfach, von Rüdesheim nach Kappeln an der Schlei zu reisen, ohne ein einziges Mal den Fuß an Land zu setzen", dachte ich mir und stieg am Rheinufer in mein Boot. Rheinabwärts bis zur Nordsee. Gemütlich an der Küste entlang zur Elbe. Von der Elbe scharf links in den Nord-Ostsee-Kanal nach Kiel. Backbord die Ostsee Richtung Norden bis zur Schleimündung geschippert. Jetzt nur noch die Schlei hinunter nach Kappeln. Tatata! Da wären wir! Es war doch gar nicht so schwer. 
Naja, theoretisch. Denn praktisch ging es nach Kappeln ohne den Fuß in ein Boot zu setzen. Nass war es aber trotzdem, an jenem Scheibenwischer-Happy-Day. 


Man kann die Erfindung des Scheibenwischers
während eines deutschen Sommers nicht genug loben :-) 

In Eckernförde an der Ostsee erschien dann das erste Reetdachhaus: 


An diesen märchenhaften Häusern kann man sich kaum satt sehen. 

Und gleich darauf der erste Blick auf die Ostsee mit ihren weißen Sandstränden: 



Zum Fotografieren verziehen sich die Regenwolken,
damit man zu Hause angeben kann. 
Doch wer angesichts dieser Strände von karibischen Bananenstauden träumt, sollte unbedingt Kabelbinder gebrauchen, wie dieses Bild beweist:


In Chinesischen Restaurants gibt es allerlei zu bestaunen, 
auch Bananenstauden am Ostseestrand.  
Der Kabelbinder dient lediglich der Dekoration ;-) 
Dass sich am südlichsten Zipfel der Schlei einst eine große Wikingersiedlung befand, kann man noch heute in Haithabu bestaunen. Dass der Himmel an jenem Tag "haitha" war, lag wahrscheinlich daran, dass Wiki und die starken Männer höchst persönlich ein Wörtchen mit Petrus im Himmel gewechselt haben. Seht doch selbst: 



Ein Schelm, der denkt, bei diesem Flugobjekt handle es sich um einen schnöden Drachen. 
Wer sich also für Wikinger interessiert, sollte unbedingt nach Haithabu reisen und sich mal in ein Wikingerbett legen. Holzkasten, Stroh, Tierfell. Herr Ikea wäre vor Neid blaß geworden :-)



Von Fenstern abgesehen, fehlt diesem originalgetreu nachgebauten Wickinger-Zimmer nichts.
Lebst du noch oder suchst du schon deinen Helm? 
Bei allem Komfort fehlte den Wikingern aber auf jeden Fall eine Tauchgondel, in die sie bei Norddeutschem Schietwetter unter die Wasseroberfläche fliehen konnten. Dafür braucht der Rheinmensch des 21. Jahrhunderts lediglich eine Eintrittskarte.  


Die Tauchgondel muss für den Rheinschreiber jedoch erst einmal auftauchen. 



Wer auch gerne "tauchgondeln" möchte, begebe sich direkt in den Ostseeort Grömitz, gehe an den Touristenmassen vorbei ans Ende der Landungsbrücke und steige ein: 


Bitte alle einsteigen und Luken schließen!

 Danach geht es blub, blub, blub in die (un)endlichen Tiefen der Ostsee:



Hier wird man garantiert nicht nass. 
 Dort unten gibt es einiges an Ostseegetier zu sehen, wie z.B: 


Die Qualle! Wobei meist die harmlose Ohrenqualle anzutreffen ist. Sie ist ein beliebtes andere-Kinder-beschmeiß-Objekt der Ostsee- und Schleikinder. Naja, wer's mag ... Rheinkinder müssten dafür Omas Wackelpudding aus dem Kühlschrank klauen.



Die Ohrenqualle

Lebende Heringe. Meist werden sie aber in Brötchen gesichtet.


Die Scholle. Auch ein gern gesehener Gast auf Speisetellern.
Doch Vorsicht, die Scholle steht auf der roten Liste.

Doch nun zurück zur Wasseroberfläche. "Wie wäre eine Fahrt mit einem Raddampfer auf der Schlei?", fragte ich mich in Kappeln. 

Die Klappbrücke im Hintergrund macht Platz für die Schiffe. Die sich darauf befindende Bundesstraße 
muss man wenigstens nicht fegen. Das spart Steuergelder ;-) 
Gedacht, getan. Schon geht es mit Volldampf voraus der Ostsee entgegen. Das maritime Leben auf der Schlei ist mehr als lebhaft. 



Segelboote soweit das Auge reicht. 


Ein Rheinschreiber braucht auch unbedingt so ein "Boot" ... Wow!


Rheinschreibers bescheidenes Segelboot segelt gerade
von der Ostsee an der Lotseninsel vorbei  in die Schlei. 
Die Kultur sollter aber auch nicht zu kurz kommen. Sehenswert sind die vielen Kirchen mit ihrer schlichten äußeren Erscheinung und dem sehr schmuckreichen Interieur, z.B. die St.-Nikolei Kirche in Kiel:



Der Flügelalter aus dem Jahre 1460




Vorne links vor dem Eingang findet man die Bronzeplastik
des Geisterkämpfers von Ernst Barlach von 1928. 
Ist er nicht wunderschön? 




Sehr sehenswert ist auch der Dom in Schleswig.


Ich sagte es schon: Von außen eher schlicht.

Aber von Innen ... hier der Altar:  Extended Version an Directors Cut 




Das Beste kommt zum Schluss. Der Strand von Schönhagen bei schönem Wetter :-)



Dafür könnte man glatt die Karibik links liegen lassen :-) 
Und das aller, aller Beste: Ich war nicht die einzige E-Book Leserin am Strand. Im Hintergrund tummelte sich noch eine: 



Es geht doch nichts über E-Book lesen am Strand :-)
(Wer kann erraten, welches Buch ich gerade lese?)  

Doch auch der schönste Urlaub geht einmal zu Ende. Nun nichts wie ab nach Hause zum schönen Rhein. Diesmal aber wirklich über den Seeweg, nur mit einem Kindersurfbrett. Das war gar kein Problem für mich ;-) 
Na, wenn das mal gut geht ;-) 


Und wenn sie nicht gestorben ist, dann "Schlei-Rhein-bert" sie noch heute. 


Montag, 14. Mai 2012

Insomnia Kaffee

Ich hätte es besser wissen müssen, als ich mir am Muttertag einen Kaffee andrehen ließ. Das Koffeinabbausystem meines Körpers wird ab 15.00 Uhr komplett heruntergefahren. Warum, ist noch nicht erforscht, die Auswirkungen sind jedoch immer die gleichen.

Schlafen ist nur was für Katzen und andere nachtpassive Tiere

Die Arbeit erledigt sich auch im Schlaf.  Besonders bei tagaktiven Schreibtischtätern
Ab 15.00 Uhr werde ich mir somit nur noch Rhein(en) Wein einschenken ;-)

Donnerstag, 10. Mai 2012

Donnerstag

Meine lieben Rhein-Leser,
habe ich tatsächlich so lange nicht mehr Rhein-geschrieben? Tatsächlich! wo ist nur die Zeit geblieben?
Ich sitze gerade an der Überarbeitung meines Thrillers "Gottes böse Kinder" und freue mich schon riesig darauf, wenn es als E-Book bei Chichili erscheint. Doch bis dahin ist noch einiges am Text zu feilen und Rhein-zuschreiben.
Das geht mächtig in die Arme, aber es lohnt sich :-) Doch wohin mit den "Blablaspänen"?

Montag, 9. Januar 2012

Reisefieber


Kann jemand, der dem Rhein beim dahinfließen zuschaut, nicht vom Reisefieber gepackt werden? All diese Abermillionen Wassertröpfchen müssen doch irgendwoher kommen, irgendwohin gehen. Wo ist ihre Heimat, was ist ihr Ziel? Welch langen Weg müssen sie hinter sich gelassen haben, bis sie hier vor unseren Augen vorbeifließen? Ob eines dieser Tröpfchen jemals wieder hierher zurückkehren wird? Wahrscheinlich nicht. Oder vielleicht doch? Keiner weiß es. Aber wir Menschen kehren immer wieder an die Orte zurück, die wir unsere Heimat nennen. Die meisten Menschen nennen wohl einen Ort ihre Heimat, andere zwei oder vielleicht noch mehr Orte. Ich persönlich darf zwei Orte meine Heimat nennen. Zum einen den Rheingau, wo ich seit meinem 11. Lebensjahr lebe, wo ich schreibe, wo meine Familie ist. Zum anderen Teheran, die Hauptstadt des Iran, wo ich meine Kindheit verbrachte. Lang, lang ist es her, aber wie es so ist mit der Kindheit. Sie scheint ein fast endloser Zeitraum gewesen zu sein, viel länger als alle Lebensspannen zusammengenommen. Vielleicht weil man nicht weiß, wann sie genau begann und wann sie aufhörte. Oder vielleicht weil man als Kind alles auf dieser Welt neu entdeckte, Farben, Düfte, Räume, Wörter, Menschen … und für viele, die den Ort ihrer Kindheit verlassen, oder verlassen mussten, so bleibt er dennoch ganz lebendig in ihren Erinnerungen und Träumen. Doch was wird aus diesen Erinnerungen, wenn man an diesen Ort zurückkehrt?

Mich packt jedes Jahr aufs Neue das Reisefieber und ich mache mich auf den Weg nach Teheran, meiner Heimat aus Kindertagen. Und ich muss sagen, das heutige Teheran hat wenig gemein mit dem Ort meiner Kindheitserinnerungen aus den 70igern. Hatte diese Stadt zu dieser Zeit etwa 6 Millionen Einwohner, so ist sie heute auf das doppelte angewachsen. Viele alte Viertel wurden abgerissen, um Platz für moderne Hochhäuser oder Highways zu machen, doch zwischen all diesen Neuerungen aus Beton, Stahl und Glas blitzt das alte Teheran hervor. Da biegt man von der breiten Stadtautobahn in eine kleine Gasse. Und da, sie sieht noch genauso aus wie damals. Dieselben Häuser und Fassaden. Nur die Autos, die davor parken, sind moderner und die spielenden Kinder auf der Straße sind andere. Oder man schlendert durch einen der zahlreichen Parks und entdeckt die Beete, die Wasserspiele, die Spielplätze seiner Kindheit wieder. Da bleibt einem gar nichts anderes übrig, als wenigstens für einen Augenblick nostalgisch zu werden und die Augen zu verschließen vor den großen Problemen, die dieses Land beherrschen. Genauso wie es alle Iraner mehr oder weniger tun. Ich bewundere diese Menschen, die mit unglaublich viel Kreativität und Kraft ihren Alltag an all die vorherrschenden Schwierigkeiten anpassen und sich weder ihren Mut, noch ihre Lebenslust, noch ihren Humor nehmen lassen. So gibt es neben all den Repressalien, Problemen und Hindernissen ein Leben, das fröhlich, bunt und voller Optimismus ist. So möchte ich ein paar Bilder von meiner letzten Reise Anfang Januar 2012 zeigen, die einen wunderschönen Iran jenseits der politischen Zerwürfnisse zeigen, die den Iranern schwer zu schaffen machen.
Es weihnachtet sehr, sogar in Teheran ... gesehen im Schaufenster eines Geschäfts in der Vali-Asr Straße.
Eine alte Einkaufspassage in der Vali-Asr Straße.
Orientalische "Sächelchen"

 Ausflug zu dem kleinen Ski-Gebiet "Ab-Ali" nordöstlich von Teheran

Hier entstehen mitten im Nichts riesige Wohnblocks mit Geschäften, Schulen und einer Universität (neben der Autobahn Richtung Ab-Ali)

Hier sieht man eine alte Gasse in dem früher kleinen Dorf "Rude Hen", das sich auch zu einer richtigen Stadt mit Uni gemausert hat.

"Rude Hen" besitzt jetzt sogar einen kleinen Freizartpark. Früher (in den 70igern) lebten nur wenige Menschen in diesem Dorf.

Die Talstaion von "Dizin", einer der höchstgelegenen Ski-Gebiete der Welt (3500 m) keine drei Stunden von Teheran entfernt. Mitten im Elburs Gebirge :-)

Die letzten Vorbereitungen, bevor es auf die Piste geht.

Es ist Samstag (ein ganz normaler Arbeitstag im Iran, die Freitags "Sonntag" haben), deshalb sind die Pisten fast Menschenleer. Freitags ist hier bei schönem Wetter die Hölle los.

Das Restaurant an der Mittelstation von Dizin.

Nirgendwo sind Schneekanonen zu sehen, und die Pisten sind ein Traum, 0,00% Eis, keine Steine, nur feinster Pulverschnee :-)

Im Vordergrund Traumpiste, im Hintergrund der Damavand, der höchste Berg des Elburs Gebirges mit stolzen 5610 Metern. Er ist einfach wunderschön!!!!

Nach dem Ski-Fahren geht es auf der anderen Seite der Berge hinunter zum kaspischen Meer.

Durch Felsen und ...

... Schluchten hindurch

Zwei Stunden später und noch in den Ski-Klamotten am Strand des Kaspischen Meeres.

Am nächsten Morgen am Kaspischen Meer. Die Berge sind im Hintergrund gut zu erkennen.

Die Ferienhäuser der reichen Iraner am Kaspi.

Hier noch ein Exemplar.

Am Samstag (31.12.2011) noch Ski gefahren, am Sonntag (01.01.2012) Orangen gepflückt. Eigentlich das Paradies.

Am Strand. Auch hier ist am 01.01.2012 nichts los. Es ist recht kühl und keine Ferienzeit. Die Iraner feiern nicht am 31.12. Silvester, sondern am 21.3. das iranische Neujahresfest mit Jahreswechsel, Geschenken, Ferien usw., usw.

Im März zum Neujahresfest und im Sommer ist hier der Teufel los. Am Strand wird ein neuer Hotelkomplex mit Einkaufspassagen gebaut.

Im Hintergrund das neue Hotel, davor Fischerboote.

Ein Fischer bei der Arbei. Das riesige Netz muss ausgebessert werden.

Die Fischer ziehen das Netz, das sie über Nacht ausgelegt hatten, am Vormittag wieder ein.

Ein typisches Kaspi-Fischerboot

Jetzt geht es über die Berge wieder zurück nach Teheran. Hier eine Werbung für ein 3-D Kino.

Noch schnell Proviant für die Heimfahrt kaufen. Es ist Schnee und Regen gemeldet. Hoffentlich kommen wir gut über den Pass.

Puh geschafft. Der Passtunnel ist durchquert! Ab jetzt geht es wieder bergab Richtung Teheran ...

... vorbei am Stausee von Karaj, Teherans Wasserspeicher

Eine der vielen, vielen Parkanlagen in Teheran.

Wasserspiele gehören unbedingt zu jedem Park, egal wie groß die Anlage ist.

Winter in Teheran.


Ich hoffe wirklich von ganzem Herzen, dass die politischen Querelen und das ewige Säbelrasseln aufhören, damit die wunderbaren Menschen in diesem schönen Land keine Angst um ihre Zukunft mehr haben müssen. Wenn ich etwas dafür tun könnte, würde ich es tun. Doch leider bin auch ich nur ein Tropfen in dem Meer von Menschen, Ideen und Interessen, die sich um dieses Land ranken.
In diesem Sinne, hoffen wir das Beste lieber Leser!